von  Julian Schmauch  | |   Als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügen   |  Lesezeit: 5 Min
Der Gitarrensound von Deep Purple: RITCHIE BLACKMORE RAINBOW im August 1976

Der Gitarrensound von Deep Purple: RITCHIE BLACKMORE RAINBOW im August 1976  ·  Quelle: Pictorial Press Ltd / Alamy

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Kommen wir nach den fast ausschließlich im 21. Jahrhundert zu verortenden letzten Folgen von Gitarrensound heute zu einem absoluten Klassiker: Der Gitarrensound von Deep Purple. Fast alle, die E-Gitarre lernen, gehört das Riff von „Smoke on the Water“ zu einem der ersten, die sie lernen. Was aber braucht man, um dem Sound von Ritchie Blackmore näherzukommen?

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Wie „Smoke on the Water“ entstand

Wie oft man es so oder so ähnlich von anderen Klassikern hört: Da hat man am Ende einer (sehr chaotischen) Albumproduktion nicht genug Songs, irgendwie fehlt noch ein Stück um die Vinyl vollzubekommen, da erinnert sich einer aus der Band an irgendeinen Jam aus einem Soundcheck. Und der wird der größte Hit der Bandgeschichte. So geschehen mit „Smoke on the Water“.

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Beim Riff sagt Deep-Purple-Gitarrist Ritchie Blackmore in Interviews ganz frei heraus, dass er eigentlich Beethoven Tantiemen schulde. Denn das ikonische Riff sei prinzipiell nur sein Versuch die 5. Symphonie rückwärtszuspielen, die Quartensprünge verleihen ihm dazu das Mittelalterliche.

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Inhaltlich setzt sich „Smoke on the Water“ mit der chaotischen Vorgeschichte zur Produktion von „Machine Head“, Deep Purples erfolgreichstem Album, auseinander. Denn diese hätte eigentlich in einem ehemaligen Casino in Montreux stattfinden sollen. Just bevor dieses dichtmachte, spielte Frank Zappa dort ein Konzert, an dessen Ende ein Zuschauer eine Leuchtrakete ins mit Stroh bedeckte Dach schoss.

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Das Casino samt Deep Purples bereits eingelagertem Equipment brannte bis auf die Grundmauern ab, verletzt wurde gottseidank niemand. Bassist Roger Glover kam der Songtitel im Traum, weil die Band den aufziehenden Rauch des Brandes vom anderen Ufer des Genfer Sees sehen konnte. Und der Text ist eine fast schon tagebuchartige Nacherzählung des unheilvollen Abends.

Der Gitarrensound von Deep Purple: Das Equipment von Richie Blackmore

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Nach dem Brand suchte man fieberhaft nach einer neuen Aufnahmelocation. Das legendäre mobile Studio der Rolling Stones war bereits in Montreux, eine andere Location im Ort lag also nahe. Ein Versuch, im leerstehenden Pavillon-Theater aufzunehmen, scheiterte an der viel zu hohen Lautstärke der Aufnahmen und den damit verbundenen Beschwerden durch Anwohner. Ein Teil von „Smoke an the Water“ wurde dort jedenfalls noch aufgenommen.

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Wie die Band es erzählt, entstand der Master Take von „Smoke on the Water“ unter dramatischen Umständen. Denn während der Aufnahme im Pavillon hatten die Roadies der Band mit allen Kräften die Eingangstüren des Theaters zugehalten, um die eingetroffene Polizei am Eindringen zu hindern. So schaffte Deep Purple gerade so zwei Takes des Songs, den zweiten hört man genau so auf „Machine Head“.

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Ritchie Blackmore ist seit je her ein Stratocaster-Jünger, eine Essenz vom Gitarrensound von Deep Purple. Auch bei den Aufnahmen zu „Smoke on the Water“ spielte er seine schwarze 1968 Strat, durch einen Hornby Skewes Treble Booster in einen modifizierten Marshall Major (mit schwindelerregenden 280 Watt!).

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Der Gitarrensound von Deep Purple mit Plugins

Wie immer sollte eine Gitarre, bestenfalls eine Stratocaster mit Singlecoils, sowie Aufnahmeequipment (Kabel, Audiointerface und DAW) bereits vorhanden sein, beim Gitarrensound von Deep Purple geht es hier nur um die Plugins, mit denen ihr dem Sound näherkommt. Wer sich bereits in der Welt der kostenlosen NAM-Profile befindet, findet auch hier eines, das Blackmores Sound sehr ähnlich sein sollte.

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Wer etwas mehr Komfort, weniger Ausprobieren und schnellere Resultate sucht, wird bei kostenpflichtigen Plugins fündig. Falls man ein Apollo von UDA sein Eigen nennt, kann es mit dem Marshall Plexi Super Lead 1959 versuchen, der ist mit kleinen Gain-Portitionen ein hervorragend gelungener virtueller Vintage-Amp. Auch von Softube gibt es eine Lösung mit gleichem Namen und ähnlich guter Qualität.

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Softube Marshall Plexi Super Lead 1959
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Der Gitarrensound von Deep Purple mit Einsteiger-Gear

Den Gitarrensound von Deep Purple erreicht ihr bereits mit sehr günstigem Equipment. Wenn es ein Amp sein voll, lohnt ein Blick auf die Origin-Serie von Marshall*. Was die Sounds betrifft, ist sie von den altehrwürdigen Plexis inspiriert, eine sehr gute Basis also.

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Wer sich in die Welt der Plexis und alten Marshall-Sounds erst einmal vortasten möchte, findet günstige Einsteiger-Pedale von Harley Benton*, Tone City* und Wampler*. In Kombination mit einer klassischen Singlecoil-Strat kommt man auch damit dem Gitarrensound von Deep Purple (Übung vorausgesetzt!) ziemlich nahe.

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Harley Benton MiniStomp Plexicon
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Tone City Golden Plexi V3 Distortion
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Wampler Plexi-Drive Mini
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Edles Studio-Gear für den Gitarrensound von Deep Purple

Natürlich gehört als allererstes die Signature von Ritchie Blackmore zum Gitarrensound von Deep Puple (siehe oben!). Wenn es um das 280-Watt-Erdbeben von Blackmores Majors Plexi geht, gibt es einige Lösungen (abgesehen von horrenden Preisen auf dem Gebrauchtmarkt!).

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So bietet Marshall selbst mit dem Marshall 1959 Modified einen Amp an, der dem Plexi sehr nahekommt. Wem da 100-Watt nicht reichen und wer da genug Budget hat, kauft einfach drei und dreht den dritten auf 80%. Auch von Edel-Amp-Hersteller Friedman gibt es mit dem Plex Head ein Modell, das Blackmore’sche Sound noch und nöcher bieten sollte.

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Friedman Plex Head
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Fazit

Klingen wie Ritchie Blackmore, den Traum haben viele, die mit dem Gitarrespielen anfangen. Und mit diesen Tipps habt ihr einen Startpunkt, wie ihr euch dem Sound von Deep Purple nähert.

Aber jetzt seid ihr gefragt: Welches Equipment, welche Plugins habt ihr schon genutzt, um wie Ritchie Blackmore zu klingen? Schreibt es uns in den Kommentaren!

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