ASM, XLN Audio, Native Instruments, Ableton: Sound-Boutique
Neues über Sounds, Presets, Samples und Ableton Live
An diesem hoffentlich auch bei dir sehr sonnigen Dienstag berichtet die Sound-Boutique wieder aus der Welt der Synthesizer, Sampler, Sounds, Plugins und Live-Devices. Wir starten mit Ambient-Klängen für den wunderbaren ASM Hydrasynth, schauen uns dann zwei neue Expansions für XLN Audio XO an und machen einen Schwenker zu einer neuen Piano-Library für Kontakt – bei der die Hämmer aber nicht die Saiten berührt haben. Und für die Fans Ableton Live und ganz speziell Max for Live gibt es mit Probe FFT ein neues Device, das dir vielleicht eine komplette Wand von Modularzeugs erspart!
Inhalt:
Ambient Exploration Soundset für ASM Hydrasynth
Wer sich für Synthesizer interessiert, lebt heute ja eigentlich in goldenen Zeiten. Die Auswahl an tollen Klangerzeugern ist so groß wie noch nie und ständig kommt etwas Neues dazu. Es gibt Synthesizer in allen Preisklassen und für jeden Bedarf und Geschmack. Wer beispielsweise etwas abseits der vielen Analogsynthesizer nach spannenden Konzepten sucht, bekommt mit dem ASM Hydrasynth eine richtig tolle Hardware geboten.
In unserem Artikel über moderne Synthesizer-Klassiker wird ASM Hydrasynth für seinen facettenreichen Sound, seinem speziellen Konzept der Wavetable-Synthese und für die üppigen Modulations-Möglichkeiten gelobt. Polyphoner Aftertouch begeistert ebenfalls und auch die gute Verarbeitung wird viel zu selten hervorgehoben.

Was mir persönlich am ASM Hydrasynth gefällt: Dieser Synth verleugnet nicht, dass er digitaler Natur ist, kann aber durchaus Analog-Fans begeistern (wie mit diesem Soundset). Zudem bietet dieser Synthesizer für jeden Geschmack etwas: Wer Sounddesign im Studio mag, kann ich sich hier richtig reinknien, aber auch auf der Bühne liefert Hydrasynth als Arbeitspferd ab. Und klanglich gibt es eigentlich keine Grenzen.
Mit diesem Preset-Pack von Kaelan bekommt der Synthesizer ein paar schöne neue Sounds für Ambient-Musik, Film-Soundtracks und diverse Stile von elektronischer Musik spendiert:
Ambient Exploration enthält 40 neue Presets für ASM Hydrasynth, die von Bands wie Tangerine Dream oder Künstlern wie Klaus Schulze inspiriert sind. Das Soundset enthält Pads, Sequenzen, Texturen und polyphone Stimmen, bei denen es um Bewegung, Tiefe und Emotion geht.
Die Patches wurden so gestaltet, dass diese mit Aftertouch und Modulation expressiv gespielt werden können, zudem sind die LFOs so eingestellt, dass der Sound immer ganz subtile Variationen verpasst bekommt. Laut dem Anbieter eignen sich die Presets für die kreative Arbeit im Studio und ebenso für die Performance auf der Bühne.
- Aktuell bekommst du die Patches für 29 Euro (statt 39 Euro). Weitere Infos findest du hier bei Synthonia. ASM Hydrasynth bekommst du in verschiedenen Ausführungen hier bei Thomann*.
Deep-House und Hyperpop Expansions für XLN Audio XO
Bei XO von XLN Audio handelt es sich um eine sehr spezielles Plugin. Eine Art Beatmaker-Tool organisiert quasi automatisch deine One-Shot-Samples, visualisiert diese in Form von farbigen „Wolken“ (hier XO Space genannt) und ermöglicht über diese einzigartige Ansicht einen superschnellen und irgendwie neuartigen Zugriff auf deine Samples. Zugleich steckt hier aber auch ein ziemlich cooler Sequencer drin, um direkt mit dem Plugin neue Beats und Grooves zu erstellen.

Wenn du mal ein etwas anderes Groove-Tool ausprobieren willst, ist XO definitiv mal einen Blick wert – viele Producer nutzen dieses Plugin auch ergänzend zu anderen Drum-Sequencern. Natürlich kommt so eine Software heute auch mit einigen Samples im Gepäck – hier sind über 8700 One-Shot-Samples aus verschiedenen Stilrichtungen dabei.
Und wer noch mehr Sounds braucht, bekommt mit Expansions immer wieder Neuheiten präsentiert. Zwei neue Expansions sind jetzt erhältlich. Dafür gibt’s Teaser-Videos, die wir euch nicht vorenthalten wollen:
Deep House* liefert Drums, die ganz dem Namen nach für House-Produktionen gedacht sind und aus 75 Presets und über 170 Samples besteht. Der Schwerpunkt liegt auf warmen, runden Kicks, fließenden Percussion und ein fein abgestimmtes Microtiming für konstanten Flow. Der Sound wurde extra so gestaltet, dass die Drums nicht zu dominant sind und den Groove eher tragen.
Hyperpop* hingegen enthält überzeichnete und „hochdramatische“ Drums, die mal süß rüberkommen und manchmal auch dreckig und aggressiv. Diese Expansion kombiniert trap-inspirierte Hi-Hat-Patterns mit harten Techno-Kicks und unvorhersehbaren Rhythmen, die auch mal in Glitches abdriften. Der Hersteller betont, dass bei diesem Sound-Pack der maximale Impact wichtig ist. 75 Presets und über 230 Samples sind hier enthalten.
Beide Expansions sind natürlich speziell auf die Möglichkeiten von XO zugeschnitten und erlauben beispielsweise schnelle Hot-Swaps der Sounds, genaue Timing-Anpassungen und ein Finetuning der Grooves.
- Beide Expansion sind auch bei Thomann erhältlich, ebenso das Plugin. Hier alles im Überblick*.
Wrongtools PIANESQUE: Klaviersounds ohne Hammer
Nachdem wir bereits in der letzten Woche eine interessante Piano-Library für Native Instruments Kontakt vorgestellt haben, gibt es heute so etwas wie einen Nachschlag. Und auch dieses mal geht es um ein interessantes Konzept.
Der Entwickler Wrongtools drückt es so aus: „PIANESQUE beginnt dort, wo der Hammer die Saite verlässt. Dies ist keine traditionelle Pianobibliothek, sondern eine Studie über die Abstraktion des Klaviers – ein Raum, in dem Resonanz selbst zum Instrument wird und sich das Vertraute in etwas weniger Berechenbares auflöst.“
Die Idee: Der Sound eines Klaviers wird so bearbeitet, das daraus Ambient-Texturen mit einem cinematischen Charakter entstehen. Dafür wurden die Saiten nicht präpariert, aber auch nicht klassisch angeschlagen, sondern stattdessen mit einem EBow gespielt oder mit einem Bogen gestrichen. Und die so entstandenen Klänge wurden dann mit Granular-Effekten oder diversen FX-Ketten bearbeitet und teils auf Band aufgenommen.
Im Ergebnis kommen driftende Texturen und Atmosphären heraus, die nicht unbedingt an ein Klavier erinnern. Hier der Trailer:
1131 Samples werden für PIANESQUE in insgesamt 90 Patches verpackt. Mit den zusätzlichen Features dieses Kontakt-Instruments bekommst du weiteren Zugriff auf die Klänge. Dabei spielt der FX-Button eine große Rolle, um die Sounds so zum Beispiel in Drones oder Pads zu verwandeln.
Die neue Library wurde mit Blick auf Film- und Game-Scoring zusammengestellt, eignet sich aber auch für die Produktion von Musik oder als Sounddesign-Tool. Der Hersteller betont, dass die Klänge auch sehr gut andere Instrumente oder Librarys ergänzen und als zusätzliches Layer dienen können.
Sehr gut passt PIANESQUE beispielsweise als Ergänzung zu einer anderen Piano-Library, um dieser eine weitere Dimension hinzuzufügen. Wrongtools gibt dafür direkt ein paar Vorschläge wie nur Bassnoten oder die Grundtöne mit PIANESQUE spielen zu lassen.
Schöne Library, die auch wegen des recht günstigen Preises gefällt!
- PIANESQUE ist ab heute hier bei Wrongtools erhältlich. Die Vollversion von Native Instruments Kontakt 6.4.2 (oder neuer) ist erforderlich. Die neuste Version des Samplers bekommst du hier bei Thomann*, auch als Teil der neuen Komplete Bundles.
Probe FFT: Percussion- und Soundscape-Generator für Ableton Live mit Max for Live

Für alle, die Ableton Live besitzen, Max for Live lieben und immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Devices sind, kommt Probe FFT wie gerufen. Der Entwickler Emiliano liefert hiermit einen sehr experimentellen Percussion-, Textur- und Soundscape-Generator, der unterschiedliche Konzepte in einem Device miteinander kombiniert.
Um es mit den Worten des Entwicklers zu sagen: „Das System kombiniert synthetische Erregungsquellen, rekursive Feedback-Strukturen, probabilistische Modulationen und spektrale Transformationen, um instabile rhythmische Strukturen, resonante Klangverdichtungen, immersive Texturen und sich kontinuierlich entwickelnde Klanglandschaften zu erzeugen.“
Treffender kann man es doch wohl nicht richtig ausdrücken, oder?
Was alles in diesem Max for Live Device drinsteckt klingt mal wieder nach allerfeinster Raketenwissenschaft und wer sich für sämtliche Details interessiert, kann auf der zugehörigen Website eine Menge über Probe FFT nachlesen.
Das Tolle an solchen Soundlabor-Devices ist aber, dass man nicht unbedingt immer jede Kleinigkeit verstehen muss und auch einfach nur ein bisschen damit spielen kann. Ganz klar – so etwas spricht nicht jeden an, aber ein bisschen „Nerd-Faktor“ gehört bei vielen Sachen für Max for Live ja sowieso dazu.
Sounddesigner, die den inneren Richard Devine rauslassen wollen, dürften hiermit jedenfalls eine ganze Zauberkiste für das Erzeugen von Grooves, Soundscapes und vertrackten Klängen bekommen – ohne dafür gleich eine ganze Wand mit Eurorack-Modulen vollstellen zu müssen.
- 39 Euro kostet der ganze Spaß hier bei peamarte. Auf der Website gibt’s ganz viel Infos zu dem Device, dem dahinter stehenden Konzept und den einzelnen Sektionen. Ableton Live 12 (oder neuer) mit Max for Live ist erforderlich. Die Erweiterung ist in der Ableton Live Suite enthalten und die bekommst du natürlich auch bei Thomann*.
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