Suno x BMG: KI-Musikplattform schließt zweiten großen Lizenzdeal mit einem Major
Nach Warner steigt jetzt auch BMG ein, während Universal und Sony weiter klagen
Suno hat mit BMG, dem viertgrößten Musikunternehmen der Welt, eine „globale Allianz“ verkündet. Der Deal deckt sowohl das Recorded- als auch das Publishing-Repertoire von BMG ab und ebnet Suno den Weg für sein nächstes, in Zusammenarbeit mit der Musikindustrie entwickeltes KI-Modell. Aber was bedeutet das für uns? Was steht ihr zu dieser Entwicklung?
Suno x BMG: Alle Infos zum neuen Lizenzdeal und was er für die Musikbranche bedeutet
Suno x BMG: Was der Deal konkret regelt
Laut gemeinsamer Pressemitteilung stellt der Deal sicher, dass BMG-Künstler und Songwriter für die Nutzung ihrer Musik beim Training von Sunos Modellen entschädigt werden, sowohl rückwirkend als auch künftig. Wichtig dabei: Nur Künstler, die sich aktiv dafür entscheiden, lassen ihre Musik überhaupt für Suno lizenzieren, ein Opt-in-Modell also, sowohl für Trainingsdaten als auch für die von Nutzern erzeugten Outputs. Der Deal regelt außerdem rückwirkend Sunos bisherige, bislang ungeklärte Nutzung von BMG-Aufnahmen und Publishing-Werken.
Zum BMG-Roster gehören unter anderem Jelly Roll, Jason Aldean und Lainey Wilson auf der Label-Seite sowie Mick Jagger und Keith Richards, Bruno Mars, Diane Warren und John Legend im Publishing-Bereich, dazu Rechte an Musik von Tina Turner, Paul Simon und Mötley Crüe. Ob und wie viele dieser Künstler tatsächlich opt-in gehen werden, ist eine ganz andere Frage. Guy Oseary, Manager von Madonna (deren Katalog bei Warner liegt), hatte kürzlich öffentlich klargestellt, dass seine Klientin ihre Musik niemals fürs KI-Training freigeben werde.
Dieser Deal reiht sich in eine größere Bewegung ein
BMG folgt mit diesem Schritt auf Warner Music Group, die bereits im November 2025 eine globale Einigung mit Suno erzielt hatte, inklusive kompletter Beilegung sämtlicher bis dahin laufender Urheberrechtsklagen. Universal Music Group und Sony Music, die beiden größten Rechteinhaber der Branche, befinden sich dagegen weiterhin in einem laufenden Rechtsstreit mit Suno, der 2024 begann und dem Unternehmen „vorsätzliche Urheberrechtsverletzung in kaum vorstellbarem Ausmaß“ vorwirft.
Erst am 31. Juli hatte die GEMA vor dem Landgericht München einen Sieg gegen Suno errungen, das erste europäische Gerichtsurteil zum KI-Training überhaupt, wie wir berichtet hatten. Das Urteil verpflichtet Suno zur Zahlung von Lizenzgebühren für die Nutzung des GEMA-Repertoires, das mehr als 100.000 Mitglieder umfasst. Dass BMG nur wenige Tage später einen eigenen Lizenzdeal verkündet, dürfte kein Zufall sein.
Watermarking, Download-Limits und neue Prinzipien
Kurz vor der BMG-Ankündigung hatte Suno-CEO Mikey Shulman bereits angekündigt, dass die Plattform künftig auf Audio-Watermarking und Fingerprinting-Technologie setzt, damit KI-generierte Songs auch auf anderen Plattformen identifizierbar bleiben. Dazu kommen neue Download-Limits, die den massenhaften Vertrieb von KI-Songs über Streaming-Dienste eindämmen und Streaming-Betrug erschweren sollen. In demselben Blogpost veröffentlichte Shulman ein Set an Prinzipien, die Sunos Mission leiten sollen, „die Zukunft der Musik verantwortungsvoll aufzubauen“ und „zu einem gesunden, wachsenden Ökosystem beizutragen“.
Zum Deal mit BMG sagte Shulman: „Wir glauben, dass die Zukunft der Musik partizipativer wird und völlig neue Wege schafft, wie sich Künstler und Fans verbinden können. Diese Zukunft verantwortungsvoll zu gestalten bedeutet, direkt mit den Menschen zusammenzuarbeiten, die Musik machen, und den Unternehmen, die sie vertreten.“ Celine Joshua, EVP Global Marketing & Streaming bei BMG, ergänzte: „Die Zukunft von KI in der Musik wird davon bestimmt, ob Künstler und Songwriter im Zentrum der Chance bleiben und am geschaffenen Wert teilhaben. Wahlfreiheit ist dabei das leitende Prinzip.“
Fazit
Mit BMG hat die KI-Plattform nach Warner den zweiten großen Rechteinhaber ins Boot geholt, während sich Universal und Sony weiter juristisch wehren und die GEMA erst kürzlich vor Gericht gewonnen hat. Diese Gleichzeitigkeit zeigt ziemlich deutlich, wie gespalten die Branche aktuell auf KI-Musikgeneratoren reagiert: Die einen verhandeln Lizenzdeals und Opt-in-Modelle, die anderen ziehen weiter vor Gericht.
Ob Opt-in-Modelle wie das von BMG tatsächlich genug Künstler überzeugen, um Sunos künftige Modelle mit nennenswertem lizenziertem Material zu füttern, bleibt abzuwarten, insbesondere wenn einflussreiche Manager wie Guy Oseary öffentlich klarmachen, dass ihre Künstler bei diesem Thema hart bleiben. Wir bleiben hier natürlich und wie immer für euch dran.
Weitere Informationen
- Music Business Worldwide
- Billboard Magazine
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