Strymon TimeLine MX: Dein allerletztes, ultimatives Delay-Pedal?
15 Jahre nach dem Original kommt das Pedal-Update!
Nach dem BigSky MX konnte man sich ja irgendwie denken, dass da was kommt: Hier ist das Gigantische, das Allumfassende, das Delay, das bei Features und Soundqualität wahrscheinlich sogar noch mehr abdeckt als das Monster Meris LVX. Das Strymon TimeLine MX macht dazu nicht nur einfach auf doppelt so groß im Vergleich zum TimeLine. Dazu sind neue Algorithmen mit dabei und der Looper wurde aufgebohrt. Mehr Delay geht nicht.
Strymon TimeLine MX: Was ist neu im Vergleich zum TimeLine?
Bevor es ins Detail geht, schauen wir uns doch gleich zum Einstieg an, was das TimeLine MX im Vergleich zum 15 Jahre alten TimeLine an Neuerungen mitbringt. Da wäre als Allererstes die CPU. Im neuen Pedal steckt ein 800-MHz-Tri-Core-ARM-Prozessor statt einer SHARC-DSP-CPU, was leistungstechnisch vor allem bedeutet, dass jetzt gleich zwei Delay-Algorithmen gleichzeitig abgefeuert werden können.
Man denke da an das neue Eventide H9 Harmonizer G2 im Vergleich zum größeren H90. Zweite, sofort ins Auge fallende Neuerung: das Display. Wo man sich vorher in LCD-Blockschrift durch die Menüs raten durfte, kommt das TimeLine MX jetzt mit einem OLED-Display, jetzt prominent auf der rechten Seite zu finden, statt links oben. Ansonsten hat sich rein äußerlich nichts geändert bei den Reglern und den drei Footswitches.
Die neuen Algorithmen im MX
Wie schon das TimeLine bringt auch das TimeLine MX 12 Algorithmen mit. Durch die neue CPU lassen sich zwei gleichzeitig laden: parallel, seriell oder im Split Mode, wo jede Delay Engine frei im Stereopanorama gepannt werden kann. Überhaupt Stereo: wie schon der Vorgänger gibt es die üblichen Mono-zu-Stereo- und Stereo-zu-Stereo-Signalflüsse.

Dazu kannst du das Signal aber intern auch zum Beispiel Dry/Wet routen, sprich, ein Ausgang bekommt das trockene Signal, einer das Delay-Signal. Und im Dual-Delay-Mode kann jeder der beiden Delay-Algorithmen ebenfalls auch auf einen eigenen Ausgang geroutet werden.
Bei den 12 Algorithmen sind vier neu dabei:
- Multitap: Ein Delay mit acht Taps, bei dem du für jeden Tap individuell Pan, Pegel, Feedback und Filter-Cutoff einstellen kannst
- Oil Can Delay: Besonders analog klingender, düsterer Delay-Algorithmus, der Oil Can Delays aus den Fünfzigern emuliert
- Reverb: Inspiriert vom Strymon Flint bringt diese Engine alles von kleinen Räumen bis hin zu epischen Hall- und Chamber-Reverbs. Sie verfügt außerdem über einen „Grit“-Regler für gesättigten Overdrive vor oder nach dem Tank sowie optionales Tremolo auf dem Wet-Signal.
- Sprectral: Hier dürfen sich Ambient-Freunde und Liebhaber von Granular-Delays austoben.
Auch bei den bestehenden Algorithmen hat Strymon einige Verbesserungen integriert. So enthalten die Modi dTAPE- und dBUCKET jetzt neben der „Classic TimeLine“-Voice eine neue „MX-Voice“, mit der du die virtuellen Schaltkreise stärker ansteuern kannst, um zusätzliche Wärme und Rauheit zu erzielen.
Außerdem bietet der DIGITAL-Mode jetzt vier unterschiedliche, virtuelle Epochen des Rack-Delays, darunter einen modernen 24/94-Modus, einen Adaptive Delta Modulation (ADM)-Mode aus den Achtzigern und einen 12-Bit-Mode.
Welche Anschlüsse bietet das TimeLine MX und was hat sich beim Looper getan?
Kommen wir zum Looper des MX. Hier bot das alte TimeLine schmale 30 Sekunden Speicher, beim TimeLine MX sind es jetzt fünf Minuten. Dazu hat der Hersteller den Workflow vereinfacht. So könnt ihr aus dem Tap-Tempo-Footswitch einen dedizierten Looper-Button machen, der das Looping startet, stoppt und die Aufnahme beginnt.
Bei den Anschlüssen auf der Rückseite ist fast alles beim Alten geblieben. Stereo-Eingänge, Stereo-Ausgänge, auch kann wieder ein Anschluss-Paar für einen FX Loop genutzt werden. Auch 5-Pin-MIDI-IN- und MIDI-OUT-Anschlüsse für die Presetsteuerung und zum Synchronisieren sind wieder dabei, sowie ein Eingang für ein Expression-Signal.

Neu ist der USB-C-Anschluss. Auch über den könnt ihr das Pedal synchronisieren und Presets wechseln, dazu aber kommt demnächst auch noch Unterstützung für Strymons hauseigene Software Nixie 2. Mit dieser könnt ihr Backups von Presets erstellen und diese verwalten.
Fazit und Preis
Das Strymon TimeLine MX bietet quasi alles, was es überhaupt in der Welt der Delays gibt. Zwar ist das Pedal groß, es ersetzt mit seiner Vielseitigkeit aber gut und gerne drei bis vier Pedale. Und klingt dazu eben auch noch so gut, wie man es von Strymon-Effekten kennt.
Das hat seinen Preis. Und der ist, sicherlich auch vom Zollkonflikt bedingt, knackig hoch. Natürlich bekommst du mit diesem Pedal einen extrem komplexen, kaum zu überbietenden Delay-Effekt. Gerade für tourende Musiker und Musikerinnen, für Studionerds und Sounddesign-Fans dürfte das Delay quasi der heilige Gral sein. Für alle anderen reicht das TimeLine.
Ihr bekommt das Strymon TimeLine MX für 799,- Euro bei Thomann*. Es ist in gut einer Woche lieferbar.
Infos über das neue Pedal von Strymon
*Hinweis: Dieser Artikel enthält Widgets und Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!
