Kaleidoscope: Generative Synthesizer denken jetzt anders!
Kaleidoscope, Noise Engineering und spannende Entwicklungen für Synthesizer-Fans
Generative Sequencer gibt es inzwischen einige. Gibt es auch generative Synthesizer? Ja. Einer davon ist Kaleidoscope. Das Konzept versucht, den Musiker nicht mit unzähligen Menüs zu überfordern, sondern die wichtigsten Funktionen direkt zugänglich zu machen. Außerdem gibt es neue externe Firmware für Module von Noise Engineering, mit der sich das Synthesizer-Journal ebenfalls beschäftigt.
Generativer Synthesizer – Bedienrevolution?
Generativer Synthesizer Kaleidoscope
Eigentlich ist Kaleidoscope eine kleine Groovebox mit vier Spuren, zugleich aber auch ein multitimbraler Synthesizer. Das Besondere ist die Klangerzeugung und der Zugang dazu, denn beides ist generativ aufgebaut. Wie kann so etwas aussehen? Es gibt bereits Synthesizer, die mit wenigen Parametern viele Syntheseformen abdecken, etwa der Arturia MiniFreak oder der Korg KingKORG NEO. Beide verfolgen unterschiedliche Ansätze, haben aber eines gemeinsam: Sie lassen sich schnell bedienen.
Für seine kompakte, „NTS-artige“ Optik bietet Kaleidoscope erstaunlich viele Möglichkeiten der Synthese. Dazu gehören zwei Complex-Oszillatoren mit verschiedenen Wellenformen, Sync, ein Wavefolder, zwei Filter mit Resonanz, ein Kammfilter, Drive, ein FM-Mixer sowie ein flexibler Audio-Mixing-Router.
Die Oberfläche erinnert an eine Mischung aus Tracker und Matrix-Ästhetik, dieser Eindruck täuscht jedoch. Navigiert wird über Touch-Buttons, die Bedienung passt sich dem jeweiligen Arbeitsbereich an. Statt einzelne Hüllkurvenparameter oder ähnliche Details aufzurufen, bearbeitest du komplette Klangeigenschaften, etwa Wellenformen samt Verschaltung oder die ADSR-Hüllkurve als Ganzes. Dadurch gelangst du mit weniger Bedienschritten schneller zum gewünschten Ergebnis.
Die ebenfalls vorhandene AD-Hüllkurve kann per End-of-Cycle komplexe Wechselwirkungen mit anderen Hüllkurven erzeugen und Loops ermöglichen – ein Prinzip, das aus der Modularwelt bestens bekannt ist. Insgesamt stehen also zwei Hüllkurven mit unterschiedlichen Eigenschaften und Einsatzbereichen zur Verfügung.
Das wirkt weniger zufällig als vielmehr wie ein durchdachtes Grundkonzept, das den Zugang zu komplexen Syntheseformen erleichtert. Auch die Modulation, genauer gesagt die Modulationsmatrix, arbeitet eher trackbasiert. Der Hersteller bezeichnet diesen Ansatz als 3D. Klang und Spur sind dadurch enger miteinander verknüpft als bei vielen anderen Synthesizern.
- Mehr über Kaleidoscope auf der Website
Noise Engineering Frgmnts Versio
Für das etwas ungewöhnlich benannte Modul gibt es ebenfalls Neuigkeiten: Noise Engineering beziehungsweise die Community haben nachgelegt. Frgmnts Versio ist ein Glitch-Eurorack-Modul, mit dem sich Stottereffekte schnell und musikalisch erzeugen lassen. Darüber hinaus bietet es einen bipolaren Filter, verschiedene Klangbearbeitungen sowie einen Tape-Effekt mit einem Jitter-basierten Verschmierungseffekt namens Wash. Das alles arbeitet in Stereo und ist konsequent auf den modularen Einsatz ausgelegt.
Das erwähnte Firmware-Update stammt von Acidclank, also einem Drittanbieter. Es steht kostenlos für bestehende und neue Nutzer zur Verfügung. Das Update verbessert das Filterverhalten und sorgt für weichere, harmonischere Übergänge. Außerdem werden störende Klickartefakte bei den Tape– und Wash-Effekten beseitigt. Diese typischen Granular-Artefakte waren nicht immer gewünscht. Zusätzlich wurde die Bedienung überarbeitet und die Stabilität verbessert. Ein kleines Kaleidoscope für Effektmodule sozusagen.
- Web: Das Update findest du auf der Website von Acidclank, nicht auf der Website von Noise Engineering. Dort findest du das Modul selbst.
Noise Engineering Firmware Updates II – Spring Echo & Hall
Ähnlich wie bei Frgmnts sind auch für weitere Module von Noise Engineering neue externe Firmwares verfügbar. Das zeigt, wie aktiv die Community rund um die Versio-Module ist. So gibt es nun auch für das Eurorack-Modul Vitta Versio, das Spring Reverb und Echo kombiniert, eine alternative Firmware.
Vorbild ist das bandbasierte Roland Space Echo. Im Video ist eine bewusst kurze Dub-Reverb-Anwendung zu hören. Ebenso lässt sich der Hall sehr präzise dosieren. Gerade kleine Hallanteile sorgen für eine deutlich feinere Kontrolle des Klangs.
Der Clou ist die separate Steuerung von Hall und Delay. Beides arbeitet selbstverständlich in Stereo und erlaubt zusätzlich kleine Verzögerungen, die sich gezielt einstellen lassen. Das sorgt für einen lebendigeren und räumlicheren Klang.
- Hier kommst du zur Gumroad-Seite für das Firmware-Update. Der Preis ist frei wählbar. So kannst du die Entwicklung mit einem Betrag deiner Wahl unterstützen.
- Das Modul findest du auf der Website von Noise Engineering.
