Deine Akustikgitarre klingt dünn im Mix? Mit diesen 5 Tipps änderst du das!
So klingst du wie die Profis!
Kabel rein, „Wonderwall“ geschrammelt und es klingt… bescheiden? Viele werden das Problem kennen: Die Akustikgitarre klingt dünn, wenn man sie in der DAW nach der Aufnahme anhört. Der Sound hat so gar nichts mit dem vollen, runden Klang zu tun, denn man direkt beim Spielen hört. Aber woran liegt das? Und vor allem: Wie steuert man gegen?
Das Wichtigste in Kürze
- Dünner Sound entsteht meist durch eine Piezo-Direktaufnahme
- Ein Equalizer (EQ) kann helfen: Mitten dämpfen und Tiefen gezielt anheben
- Doppeln (neu einspielen, nicht kopieren) sorgt für mehr Breite und Fülle
- Spezielle Plug-ins können Piezo-Sounds „größer“ machen
- Mikrofonierung liefert den natürlichsten und vollsten Klang
- Frische Saiten und sauberes Spiel machen oft den größten Unterschied
Akustikgitarre klingt dünn: Alles, was du wissen musst
Die Akustikgitarre klingt dünn: Warum ist das so?
Wie kann es zu so einem großen Unterschied kommen zwischen dem, was du „draußen“ hörst, also wenn du die Gitarre spielst und der Aufnahme? Wie kann es sein, dass Akustikgitarren bei Artists wie Johnny Cash, José González oder Waxahatchee „groß“ klingen, bei dir aber dünn? Eine der Hauptursachen ist die Aufnahmetechnik.
Denn viele nehmen die Akustikgitarre einfach über das interne Piezo-System auf, sie stöpseln also direkt ein Klinkenkabel ein und verbinden die Gitarre mit dem Interface. So gut Piezo-Mikrofone sind, so selten gelingt es gerade günstigen Systemen das Bauchige im Sound einzufangen.
Denkt man drüber nach, ergibt das ja auch Sinn. Denn diese Systeme sind vor allem für die Bühne gedacht. Dort würde gerade der zu basslastige, bauchige Teil im Sound sehr schnell zu Feedback führen. Was aber tun, wenn man zu Hause aufnehmen möchte und die Akustikgitarre klingt dünn?
Hier kommen fünf Tipps, mit denen dein Sound besser klingen kann.
Tipp 1: EQ
Manch einer wird vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, dass man das doch nicht „darf“. Dass es doch schon an der Quelle gut klingen muss. Aber wenn am Ende der Song in seiner Gesamtheit so klingt, wie es euch vorschwebt und er die Leute berührt (!), wird niemand fragen, ob der 10-dB-Anhebung bei 300 Hz nicht ein bisschen viel war.
Klar, man kann nicht reindrehen, was nicht da ist. Aber mit einer Mischung von gezieltem Dämpfen in den oberen Mitten bei 500-1000 Hz und dann Anhebungen mit einem Low-Shelf (am besten über einen Analog-EQ) unter 300 Hz kann man nicht wenige Aufnahmen verbessern.
Hier kann ich mehr als diese Bereich allerdings nicht angeben, weder, wie hoch die Anhebung sein sollte, noch genau bei welcher Frequenz. Denn da kommt es auf die restlichen Instrumente an, auf die Spielweise, die Akkorde, den Gesang – zu viele Faktoren. Deine Akustikgitarre klingt dünn und du möchtest andere Tipps, schau Dir den nächsten Tipp an!
Tipp 2: Doppeln
Der älteste Trick der Studiogeschichte, nämlich ein Instrument mehr als einmal aufzunehmen, hilft auch hier. Ganz wichtig: Gerade bei einem rhythmisch so vielseitigen und dynamischen Instrument wie Akustikgitarre bringt es nichts (außer Phasenproblemen), eine aufgenommene Spur zu duplizieren und im Panorama zu verschieben. Beim Doppeln geht es immer um die kleinen Unterschiede, durch die ein breiterer Sound entsteht.
Deswegen gilt aber hier auch: spiele den Rhythmus so genau wie möglich nach, nimm besser viele Takes auf, bis es passt. Denn sonst werden die zwei nicht ganz ähnlichen und hart links und rechts gepannten Aufnahmen im unschön Stereopanorama herumfliegen. Gelingt die Doppelung aber, wird der Sound garantiert voller und präsenter klingen, ohne dass ihr mit einem EQ oder anderen Effekten groß nachhelfen müsst.
Tipp 3: Akustikgitarren-VST
Wenn ich von Plugins spreche, beziehe ich mich beim Thema „Akustikgitarre klingt dünn“ immer auf Effekte, nicht virtuelle Instrumente. Denn Plugins mit Samples von Akustikgitarren gibt es haufenweise, hier aber eines zu finden, dass sich exakt auf Rhythmus und Spielweise eurer Gitarre programmieren lässt, ist illusorisch.

Neben dem erwähnten EQ gibt es mittlerweile Plugins, die genau auf diese Problematik zugeschnitten sind. Da wäre zum Beispiel der SSL Acoustifier. Den habe ich selbst schon ausprobiert, weil mich die Idee neugierig gemacht hat. Und was soll ich sagen, ein filigranes Gezupfe à la Elliot Smith verdelt das Plugin zwar nicht wirklich, wenn es aber in Richtung Akkorde geht, klingt meine kleine Tanglewood-GItarre mit dem Plugin um einiges „größer“.
Deine Akustikgitarre klingt dünn, du meidest aber die Welt von iLok-Plugins wie denen von SSL? Da gäbe es noch Plugins wie ReGuitar von Blue Cat oder Acoustic Voice Pro Guitar Preamplifier von Nembrini, die ähnlich gegensteuern, wenn der Piezo-Sound zu dünn ist.
Tipp 4: Mikrofonierung
Die Akustikgitarre klingt dünn in der Aufnahme und du möchtest einmal alles richtig machen? Dann kommst du um eine ordentlich mikrofonierte Aufnahme nicht herum. Die kann als Doppelung zur Piezo-Aufnahme dienen oder auch einzeln, da kommt es auf deine Soundvorstellungen an und deinen Raum.
Denn sobald mikrofoniert wird, spielt der Aufnahmeraum eine entscheidende Rolle, zum einen, was die Nebengeräusche betrifft, zum anderen, was die Akustik angeht. Aber mit ein paar an den Wänden aufgehängten Decken und Lacken und entsprechend ruhiger Nachbarschaft lassen sich mit einem (mono) oder zwei Mikrofonen (zwei) gute Ergebnisse erzielen.
Für die Mikrofonierung von Akustikgitarren könnte ich einen eigenen Workshop schreiben, daher nur so viel: Wenn es darum geht, eine dünn klingende Gitarre präsenter und voller klingen zu lassen, kann es schon reichen, ein Großmembranmikrofon auf den Steg zu richten, ca. 20 cm Abstand. Wer es breiter möchte, mikrofoniert in Stereo, dann aber meistens mit Kleinmembranpaaren.
Tipp 5: Neue Saiten
Es kann so naheliegend sein, aber wird gerade im Einsteigerbereich gerne vergessen oder ignoriert. Neue Saiten, die nicht dumpf und schnarrig klingen, vielleicht noch ein kleines Setup der Akustikgitarre und schon spielt man sie anders, schon klingt sie anders. Gerade, wenn du mehrere Songs aufnehmen möchtest, sind frische Saiten unerlässlich.
Und natürlich: Üben! Kein Equipment der Welt kann kompensieren, wenn du die Saiten nicht richtig und sauber greifst oder dein Akkordspiel stolpert. Das mag am Anfang der Spontanitätskiller überhaupt sein, aber die Alternative sind viele frustrierte Stunden in der DAW und in Tutorials, die ein paar Wochen üben verhindert hätten.
Akustikgitarre klingt dünn: Fazit
Deine Akustikgitarre klingt dünn – dafür gibt es Lösungen! Wenn du dich durch diesen Workshop gearbeitet hat, wirst du bereits einige Anhaltspunkte haben.
Aber jetzt geht meine Frage an euch, die Community: Welche Tricks, Hacks und Kniffe nutzt ihr bei Akustikgitarren? Welche meiner Tipps kennt ihr und wie haben sie euch geholfen (oder nicht)?
Schreibt es uns in die Kommentare!
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