von  Jan Rotring  | |  Lesezeit: 5 Min
Tonabnehmer Magnete: Von Alnico und Keramik

Tonabnehmer Magnete: Von Alnico und Keramik  ·  Quelle: Dewitt / Alamy

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Wer sich mit Gitarren-Pickups beschäftigt, stolpert früher oder später über Begriffe wie Alnico II, Alnico V oder Keramikmagnet. In Produktbeschreibungen oder Foren wird häufig darüber diskutiert, welche Tonabnehmer Magnete „besser“ klingen – doch was steckt eigentlich dahinter?

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Die Wahrheit ist: Tonabnehmer Magnete gehören zu den wichtigsten Bauteilen eines Pickups. Sie bestimmen maßgeblich, wie stark das Magnetfeld ist, wie sensibel der Tonabnehmer auf Saitenschwingungen reagiert und wie sich Dynamik, Output und Attack entwickeln.

Der Charakter eines Pickups entsteht zu einem großen Teil durch den Magneten im Inneren, daher ist ein genauerer Blick auf die möglichen Optionen angebracht. Ein Vintage-Humbucker mit Alnico II verhält sich völlig anders als ein moderner High-Gain-Pickup mit Keramikmagnet – selbst bei ähnlicher Wicklung.

Schauen wir uns also einmal an, welche Tonabnehmer Magnete es gibt und wie sie deinen Sound beeinflussen.

Wie Tonabnehmer Magnete funktionieren

Spule und Magnete in einem Single Coil Pickup
Spule und Magnete in einem Single-Coil Pickup · Quelle: Kabataan / Alamy

Ein Gitarren-Pickup arbeitet nach einem einfachen physikalischen Prinzip. Im Inneren sitzt ein Magnet, um den eine Kupferspule gewickelt ist. Der Magnet erzeugt ein Magnetfeld, das auch die Gitarrensaiten durchdringt.

Sobald eine Saite schwingt, verändert sie dieses Magnetfeld minimal. Die Spule reagiert darauf und erzeugt eine elektrische Spannung, die schließlich zum Verstärker gelangt.

Der Magnet hat dabei zwei Aufgaben:

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  • Er magnetisiert die Saiten
  • Er bestimmt Stärke und Struktur des Magnetfelds

Verschiedene Tonabnehmer Magnete führen daher zu unterschiedlichen Eigenschaften bei den wichtigen Kennwerten, die den Charakter eines Pickups (und damit einer ganzen Gitarre) beschreiben: Output, Attack, Dynamik, Kompression und Frequenzverhalten.

Dabei gibt es, wie immer, kein Richtig oder Falsch: Ein stärkerer Magnet kann mehr Output liefern, während schwächere Magnete oft dynamischer und offener wirken.

Die wichtigsten Tonabnehmer Magnete im Überblick

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Im Gitarrenbau haben sich vor allem zwei Magnettypen etabliert: Alnico und Keramik.

Alnico – Der Vintage-Klassiker

Der Begriff Alnico steht eigentlich für das Material, aus dem die Tonabnehmer Magnete gefertigt sind. Eine Legierung aus Aluminium, Nickel und Cobalt, nämlich. Diese Magnete sind seit Jahrzehnten Standard in vielen klassischen Pickups und werden in unterschiedlichen Varianten angeboten.

Alnico-Magnete gelten als besonders musikalisch und dynamisch. Viele Gitarristen verbinden sie mit dem typischen Vintage-Sound von alten E-Gitarren.

Typische Eigenschaften von Alnico-Magneten sind die warmen Mitten, eine moderate Ausgangsleistung, offene Dynamik und ein damit einhergehendes organisches Spielgefühl. Besonders bei Blues, Classic Rock und Vintage-Sounds sind Alnico-Pickups daher sehr beliebt.

Typische Beispiele für Pickups mit Alnico-Magneten sind etwa die vom klassischen PAF-Humbucker inspirierten Seymour Duncan SH-55 Seth Lover (habe ich grad in einer Paula verbaut) oder die sehr guten Fender Custom Shop Texas Special Single Coils.

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Alnico im Detail

Innerhalb der Alnico-Familie gibt es mehrere Varianten. Wäre sonst ja auch zu einfach, oder? Doch keine Sorge, es ist gar nicht so wild. Die drei wichtigsten Typen sind Alnico IIAlnico III und Alnico V:

Alnico II – warm und dynamisch

Alnico II besitzt ein relativ schwaches Magnetfeld und reagiert sehr sensibel auf Anschlagsdynamik.

Typische Eigenschaften:

  • warme Mitten
  • weiche Höhen
  • moderater Output
  • sehr dynamisches Spielgefühl

Beliebte Beispiele:

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Alnico III – offen und transparent

Alnico III kommt häufig in frühen Vintage-Pickups vor und wirkt besonders offen im Klang.

Typische Eigenschaften:

  • sehr transparente Dynamik
  • weicher Bass
  • luftige Höhen
  • niedriger Output

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Alnico V – straff und vielseitig

Alnico V ist heute einer der am häufigsten verwendeten Magnettypen.

Typische Eigenschaften:

  • straffere Bässe
  • klarer Attack
  • höherer Output als Alnico II
  • vielseitiger Klangcharakter

Typische Beispiele:

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Keramikmagnete – Kraft und Präzision

Tonabnehmer Magnete im Humbucker
Tonabnehmer Magnete im Humbucker · Quelle: Oleksandr Perepelytsia / Alamy

Keramikmagnete sind stärker magnetisiert als Alnico und erzeugen ein kräftigeres Magnetfeld. Dadurch wirken sie oft direkter und aggressiver.

Typische Eigenschaften, die modernen Kermamikmagneten zugeschrieben werden sind ein höherer Output, straffe Bässe, klarer Attack und eine stärkere Kompression. 

Diese Eigenschaften machen Keramik-Pickups besonders beliebt für den Einsatz in Rock und Metal.

Ob nun Seymour Duncan SH-6 Distortion oder DiMarzio Super Distortion, einer der ersten echten High-Gain-Pickups: Die Auswahl an Keramik-Pickups ist in den letzten Jahrzehnten gigantisch gewachsen. 

Gerade bei stark verzerrten Sounds sorgen Keramikmagnete für viel Druck und klare Artikulation.

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Wie Tonabnehmer Magnete den Sound beeinflussen

Der Magnet eines Pickups prägt mehrere Aspekte des Gitarrensounds:

Output
Stärkere Magnetfelder erzeugen meist höhere Ausgangsspannung.

Attack
Keramik- und Alnico-V-Pickups reagieren besonders direkt auf den Anschlag.

Dynamik
Schwächere Magnete wie Alnico II oder III fühlen sich oft dynamischer an.

Kompression
Stärkere Magnete können den Ton leicht komprimieren, was bei High-Gain-Sounds hilfreich sein kann, um Matsch und undefinierte Sounds zu vermeiden.

Doch auch wenn die Grundcharakteristik durch die Tonabnehmer Magnete vorgegeben wird: In der Praxis wirkt der Magnet immer im Zusammenspiel mit Wicklung, Bauform und Pickup-Höhe.

Fazit

Pickups für deinen Musikstil - der entscheidende Unterschied
Pickups für deinen Musikstil – der entscheidende Unterschied · Quelle: Shutterstock / Cristian Storto

Tonabnehmer Magnete haben großen Einfluss auf den Charakter eines Pickups. Während Alnico-Magnete oft für dynamische Vintage-Sounds stehen, liefern Keramikmagnete mehr Output und Durchsetzungskraft.

Am Ende entsteht der Gitarrensound jedoch immer aus mehreren Faktoren. Magnettyp, Wicklung, Bauform und Einstellung arbeiten zusammen – und genau diese Kombination macht den Klang eines Pickups aus. Was sind eure Lieblings Tonabnehmer Magnete? Habt ihr euch schon am Magnet-Swap versucht? Und wem ist es komplett egal, was gespielt wird? Schreibt es mir in die Kommentare!

Hinweis: Dieser Artikel zum Thema Tonabnehmer Magnete enthält Werbelinks, die uns bei der Finanzierung unserer Seite helfen. Keine Sorge: Der Preis für euch bleibt immer gleich! Wenn ihr etwas über diese Links kauft, erhalten wir eine kleine Provision. Danke für eure Unterstützung!

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