IDM produzieren: 3 Tools für komplexe Beats und Glitches – Perfect Match!
Ein Hardware-Setup, das perfekt zusammenpasst
Mit Hardware IDM produzieren: Wir zeigen drei Geräte, die sich aus unserer Sicht sehr gut für die Produktion von IDM und Glitch eignen und sich ergänzen. Denn bei Perfect Match geht es ja immer um ein aufeinander abgestimmtes Trio. Und wir versuchen zu klären, was genau mit IDM gemeint ist – auch wenn dieser Begriff gar nicht so einfach zu fassen ist.
Inhalt
IDM produzieren – was für Hardware braucht man dafür?
Steigen wir direkt mit einer Frage ein: Was ist IDM? Die Abkürzung steht für „Intelligent Dance Music“ – ein Begriff, den sich mit ziemlicher Sicherheit mal irgendwelche Musikjournalisten ausgedacht haben. Gut möglich, dass diese etwas unglücklich gewählte Bezeichnung auch mit der „Artificial Intelligence“ benannten Compilation-Reihe des Labels Warp Records zusammenhängt, denn viele Veröffentlichungen von Warp haben den Stempel „IDM“ aufgedrückt bekommen.
Wie das eben so ist, wird aus solchen Bezeichnungen irgendwann ein gängiger Begriff, selbst wenn er eigentlich etwas unscharf ist. Das zeigt sich schon daran, welche Artists gerne in die IDM-Schublade gesteckt werden: Aphex Twin, Mouse on Mars, Monolake, Plaid, Autechre, Luke Vibert, Squarepusher oder Venetian Snares. Hier zeigt sich, wie schwierig eine genaue Definition von IDM eigentlich ist.
Heute wird oft der nicht weniger präzise Ausdruck „Electronica“ verwendet, um eine Musik zu beschreiben, die häufig mit sehr vertrackten Rhythmen und Breakbeats, Glitch-Sounds oder komplexen Melodien und Harmonien daherkommt. „Braindance“ ist eine weitere Bezeichnung, die aber eigentlich auch nur eine weitere Schublade aufmacht.
Nach dieser Einordnung nun zu der nächsten Frage und dem eigentlichen Thema hier. Was brauchst du, wenn du mit Hardware IDM produzieren willst? Da kommt natürlich – wie so oft – eine ganze Menge von Gear in Frage, drei Produkte wollen wir dir jetzt vorstellen. Steigen wir direkt ein!
Elektron Octatrack als Sampler und Zentrale
Der Octatrack von Elektron ist in Anbetracht der heute typischen Produktzyklen schon ein regelrechter Oldie. Aber es gibt auch im Jahr 2026 so gut wie keinen Sampler, der sich mit diesem Modell vergleichen lässt. Wer mit Hardware IDM produzieren will, bekommt mit Octatrack ein Gerät, das sich sehr gut für das Zentrum eines Setups eignet.
Das liegt speziell an der Möglichkeit, über vier Eingänge kommendes Audiomaterial in Echtzeit direkt zu bearbeiten oder in Loops und Samples zu verwandeln. Das wird durch diesen schlichtweg genialen Crossfader ergänzt, der nicht einfach nur zwischen zwei Szenen überblendet, sondern genauso das Morphing von zahllosen Parametern ermöglicht. Alleine diese zwei Features machen Octatrack zu einem fantastischen Produktionstool für die Produktion von IDM.
Aber auch die Sequencer spielen hier ihre Stärken aus und bieten viele typische „Elektron-Features“ wie Probability, Trigger-Conditions oder Parameter-Locks. Drei LFOs pro Spur (Octatrack arbeitet mit acht Stereo-Audiospuren und acht MIDI-Tracks) ermöglichen nicht nur aufregende Modulationen, sondern können auch Sequenzen komplett verdrehen. Timestretching und Pitch-Shifting nimmt Octatrack ebenfalls in Echtzeit vor – sehr nützlich für vertrackte Breakbeats und Glitch-Sounds.
Der einzige echte „Nachteil“ des Octatrack ist vermutlich dessen berüchtigte Komplexität. Du musst schon einige Stunden investieren, um dich mit den Möglichkeiten dieses Samplers vertraut zu machen. Aber für „IDM mit Hardware“ gibt es nicht viel vergleichbares Gear! Die MKII-Version optimiert den Workflow etwas und sollte deshalb in Betracht gezogen werden. Octatrack MKII bekommst du hier bei Thomann*.
Elektron Digitone II als flexiblen Klangerzeuger und Ergänzung
Wer IDM produzieren will, profitiert von flexiblen Klangerzeugern mit raffinierten Sequencern, um gezielt komplexe Beats und Motive zu programmieren. Je ausgefuchster diese Sequencer sind, desto mehr Möglichkeiten bekommst du. Elektron ist in dieser Hinsicht eine Bank – deshalb dreht sich auch der nächste Tipp um eine Hardware des Herstellers.
Bei Digitone II handelt es sich um einen Synthesizer mit eingebautem Sequencer, der neben verschiedenen FM-Algorithmen zusätzliche digitale Synthesizer-Engines bietet, um eine riesige Palette von Klängen zu erzeugen. Der Sequencer sorgt mit seinen ganzen Tricks dabei für abwechslungsreiche und überraschende Sounds. Mit ein paar Trigger-Conditions, Parameter-Locks und Probability-Einstellungen entstehen bereits aus einfachen Loops schnell komplexe Patterns.
Der 16-stimmige polyphone Synthesizer verfügt über sechs Filter-Machines und diverse Effekte, die sich pro Spur anwenden lassen. Overdrive sowie Bit- und Samplerate-Reduktion sind für IDM-Sounds sehr interessant, zudem stehen hier für jede Spur drei LFOs bereit! Als Send-Effekte gibt’s Delay, Reverb und Chorus, für die Master-Spur bietet Digitone II noch Overdrive und einen Stereo-Kompressor an.
Natürlich taugt Digitone II nicht nur für Glitch-Sounds und Beat-Gewitter, sondern ebenso für Bässe, Leads, Pads, Akkorde und was du sonst noch so brauchst. In Kombination mit dem Octatrack II hast du bereits ein starkes Gespann, mit dem du dich im Prinzip über Jahre beschäftigen kannst. Elektron Digitone II ist hier bei Thomann erhältlich*.
Make Noise 0-Coast als analoge Ergänzung
Kommen wir nun zum dritten Element in diesem Perfect Match: Der analoge und semi-modulare Synthesizer 0-Coast von Make Noise wirkt vielleicht wie eine ungewöhnliche Wahl, bringt mit seiner Mischung aus East- und West-Coast-Style einige interessante Eigenschaften mit.
Natürlich kannst du auch mit einem komplett anderen Setup IDM produzieren, in diesem Sinne ist der 0-Coast nur als ein „Platzhalter“ für einen analogen Klangerzeuger zu verstehen. Denn es gibt viele Gerätschaften, die mindestens genauso interessant sind.
Wir zeigen dir aber den 0-Coast, weil dieser Synthesizer mit seinem Design so schön zum Experimentieren einlädt und zudem unglaublich gut klingt. Anstatt nur auf klassische Bässe und Leads spezialisiert zu sein, erzeugt der kleine Synthesizer mit FM, Modulationen und seinen ungewöhnlichen Overtone-/Multiply-Schaltungen ebenso schnell schräge, metallische und organisch bewegte Sounds.
Durch die vielen Patch-Möglichkeiten wird aus einem einfachen Synth-Patch im Handumdrehen ein komplexes Klangexperiment. Leads, Percussion, Drones und verrücktes Sounddesign – alles kein Problem für 0-Coast.
Praktisch ist hier, dass neben CV auch MIDI unterstützt wird. Das vereinfacht die Integration in verschiedene Setups. Mit Octatrack oder Digitone II kannst du den Synthesizer also problemlos über MIDI ansteuern und weil die beiden Geräte von Elektron über Audioeingänge verfügen, entsteht ein Setup, bei dem nicht mal ein Mixer erforderlich ist. Make Noise 0-Coast bekommst du hier bei Thomann*.
Fazit
Mit dieser Hardware kannst du IDM produzieren und stößt dabei auf keine Grenzen: Elektron Octatrack MKII hat zwar schon ein paar Jahre auf dem Buckel, stellt aber immer noch eine großartige Option für das Zentrum in einem Hardware-basierten Setup dar. Mit den vier Eingängen, den Möglichkeiten für Echtzeit-Sampling und Manipulation von Audio plus dem raffinierten Sequencer und dem multifunktionalen Crossfader ergibt sich eine mehr als solide Basis für typische IDM-, Glitch- und Electronica-Sounds.
Als passende Ergänzung bietet sich eine Synthesizer-Groovebox wie Elektron Digitone II an, um spannende Sounds, Melodien und Akkorde zu erzeugen. Auch hier gilt: Schon alleine mit diesem Synthesizer kannst du IDM produzieren – im Verbund mit dem Octatrack potenzieren sich die kreativen Möglichkeiten.
Um noch eine Schippe draufzulegen, kommt der Make Noise 0-Coast dazu. Dieser analoge semi-modulare Synthesizer kombiniert die Prinzipien der West-Coast- und East-Coast-Synthese in einem kompakten Format. 0-Coast eignet sich für eine ganze Reihe von Sounds, die nicht nur analog und warm klingen müssen, sondern genauso gut metallisch und kalt sein können.
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